bauschen & biegen

Miami Punk

Lesung und Gespräch mit Juan S. Guse

25. Oktober | 20 Uhr | Kreativpark Lokhalle Freiburg

Vielfältig, kunstvoll, mal überfordernd, mal mit leiser Empathie beschreibt Guse die düstere und widerständige Atmosphäre einer Stadt, die durch eine passive Naturgewalt ihrer fundamentalen gesellschaftlichen Bezugspunkte beraubt wurde. Eine Stadt, die gefallen ist, von einem beliebten und auf Schein getrimmten Urlaubsort hin zu einer versprengten Metropole, die nicht mehr als funktionierende Organisation, sondern als riesige Ansammlung loser Individuen erscheint.
Überall rasen rote Fahrzeuge in halsbrecherischem Tempo durch die Straßen, sie müssen punktgenau José Pepperonis Pizza ausliefern. Der Hafen führt kein Wasser mehr, die Docks entlassen ihre Mitarbeiter*innen, und die? Gehen weiter zur Arbeit, halten fest am verlorenen Alltag.

Gemeinsam mit einer Expertin für modernen Arbeitsalltag – eine Mitarbeiterin im Freiburger Jobcenter – kommen wir ins Gespräch über biographische Zwänge, neue Beschäftigungsformen und ungewisse Zukunftsaussichten.

Juan S. Guse, geboren 1989, studierte Literaturwissenschaften und Soziologie. Sein Debütroman »Lärm und Wälder« erschien 2015 bei S. Fischer ebenso wie 2019 sein zweiter Roman »Miami Punk«. Derzeit promoviert er im Bereich der Arbeits- und Organisationssoziologie.

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Programms Demokratie leben! sowie des Kulturamts Freiburg und der Sparkasse Freiburg Nördlicher Breisgau.
In Kooperation mit der Buchhandlung Schwarz: https://www.buchhandlung-schwarz.de
Großen Dank auch an den Grünhof, dass sie die Lesung in ihren Räumlichkeiten möglich machen!


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Über uns

Eine Lesereihe ist eine Lesereihe ist bauschen & biegen ist ein Wagnis!

In Lesung und Gespräch fragt die Veranstaltungsreihe bauschen&biegen mit wechselnden thematischen Schwerpunkten nach Solidarität und Gesellschaft, nach Gerechtigkeit und Zukunft, sie fragt die Literatur, wie kann das sein? Und die Praxis: Warum eigentlich nicht?

In jeder Ausgabe bauschen wir ein anderes Thema auf und verbiegen es wie folgt: Autor*innen präsentieren ihre Texte und kommen mit uns und Expert*innen aus der Praxis  ins Gespräch über notwendige Fragen unserer Gesellschaft. Dabei entsteht ein Begegnungsraum zwischen Fiktion und Realität, zwischen Bühne und Publikum, zwischen Idee und Konsequenz.


Vergangene Lesungen

Ausgabe #3 

18. Juli | 20 Uhr | Mensagarten Institutsviertel, Stefan-Meier Straße 28 | 79104 Freiburg

nichts,was uns passiert

Lesung und Gespräch mit Bettina Wilpert

Foto: (c) linonono

Zu Gast ist Bettina Wilpert mit ihrem Debütroman nichts, was uns passiert (VerbrecherVerlag 2018). Bettina Wilperts Roman thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht. Im Roman steht Aussage gegen Aussage: Anna sagt, sie wurde auf einer Geburtstagsfeier vergewaltigt, Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Bettina Wilpert zeichnet in ihrem Roman einen Freundeskreis zwischen Universität und linkem Zentrum, zwischen Fußball-WM und Volksküche, in dem die Glaubwürdigkeit und die Freundschaften der beiden Protagonist*innen auf dem Spiel stehen.

Gemeinsam mit der Autorin, der Rechtsanwältin Claudia Meng und Anna-Sophia Clemens vom Awareness-Team des samt & sonders e.V. nehmen wir in Gespräch und Lesung sexuelle Gewalt und Grenzüberschreitungen im Freundeskreis und in der Gesellschaft sowie den Umgang damit in Institutionen und in Alltagssituationen in den Blick.

BETTINA WILPERT, geboren 1989, studierte Kulturwissenschaft, Anglistik und Literarisches Schreiben in Potsdam, Berlin und Leipzig. Sie war u.a. Finalistin des 23.Open Mike und Stipendiatin des 20. Klagenfurter Literaturkurses. Veröffentlichungen u. a. in Bella Triste, Metamorphosen, Outside the Box, P.S. Politisch Schreiben und testcard. Ihr Debütroman wurde u.a. mit dem Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen und dem ZDF-aspekte-Literaturpreisfür das beste literarische Debüt des Jahres 2018 ausgezeichnet.

Ausgabe #2

„ich möchte lieber nicht“

Lesung und Gespräch mit Anselm Lenz und Hendrik Sodenkamp

Sonderausgabe zur Aktionswoche um den 1. Mai                                                 5. Mai  | 16 Uhr | im Grün mit Kaffee und Kuchen

Eine Lesereihe ist eine Lesereihe ist bauschen & biegen ist ein Wagnis!

Im Rahmen der Aktionswoche zum Thema Arbeit fragt bauschen&biegen gemeinsam mit Anselm Lenz und Hendrik Sodenkamp vom Haus Bartleby nach Arbeit(sverweigerung) und kommt ins Gespräch über ihre Texte, Aktionen und ihr Leben.

Gemäß dem Leitsatz des Kollektivs „I would prefer not to“ – angelehnt an Hermann Melvilles namensgebende Erzählung „Bartleby der Schreiber“ – sprechen wir an einem Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen über Kunst und Leben des Haus Bartleby: Das in Berlin ansässige Kollektiv ist ein Zentrum für Karriereverweigerung und setzt sich mit Vorträgen, Aktionen, Performances und Publikationen gegen den Wachstums- und Karrierefetisch des neoliberalen Kapitalismus ein.

In Personalunion werden unsere Gäste als Expert*innen und Autor*innen auftreten: Indem sie eigene Texte zum Thema Arbeit vorstellen und zugleich von ihren Erfahrungen angesichts der eigenen Karriereverweigerung berichten.

Zuletzt erschienen: Sag alles ab (2015); Das Kapitalismustribunal (2016).

Ausgabe #1

Eure Heimat ist unser Albtraum
Lesung mit Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah

15. März | 19:30 Uhr | White Rabbit

Copyright: Valerie-Siba Rousparast

Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus? 

Zu Gast sind Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir mit ihrer Publikation „Eure Heimat ist unser Albtraum“ (Ullstein Verlag 2019). Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammeln die beiden Herausgeber*innen schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als »anders« markiert, kaum schützt oder wertschätzt.

Gemeinsam mit den Autor*innen und Gerhard Tschöpe vom Netzwerk für Gleichbehandlung Freiburg nehmen wir in Lesung und Gespräch Rassismus in Deutschland und Europa, in Institutionen und im Alltag in den Blick und diskutieren den Umgang mit Diskriminierung und Rassismus.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Wochen gegen Rassismus statt in Kooperation mit dem Informationszentrums 3. Welt – Iz3W und der Buchhandlung jos fritz.

Einen Teil der Lesung könnt ihr bei Radio Dreyeckland nachhören!

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